Terminservicestellen oder das telefonische Arzt-Uber

Das – vorhersehbare- Scheitern der Politik mit den sogenannten „Terminservicestellen“ ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Ideen von Politikern, wie ihre Wähler gesünder und dankbarer Patienten besser versorgt werden können, oft einfach zu schlecht sind. Dabei liest es sich im „Versorgungsstärkungsgesetz“ (sic!) so toll: Von den Kassenärztlichen Vereinigungen zu betreibende Call-Center Terminservicestellen sollen dafür sorgen, dass Patienten auf Facharzttermine nicht unzumutbar lange warten müssen. Die Resonanz ist denkbar schlecht, die Zahl der Anrufe ist gering und die Zahl der vermittelten Termine ist noch geringer. Weil es eben hier keinen Wunschtermin beim Wunscharzt in der Wunschregion gibt. Und in medizinisch indizierten Fällen werden die Patienten vom Hausarzt ausreichend schnell und effizient vermittelt. Den politisch mit verursachten eklatanten Fachärztemangel in manchen Regionen können sie auch nicht lösen.

Hier kann man nachlesen, warum das Uber-Konzept nicht für jede Dienstleistung taugt.

Das Angebot und die Nachfrage nach Arztterminen über Call-Center regeln zu wollen ist ein Witz.

Das menschliche Bedürfnis, sich im Krankheitsfall an den Arzt des Vertrauens wenden zu können, ist eben keine beliebige Dienstleistung, sondern ein wesentlicher Faktor der Genesung.

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